Mit "Schnelligkeit" und Zuversicht zum ersten Auswärtssieg des neuen Jahres

[10.01.2016] Das neue Jahr konnte für die TU Damen wohl nicht ungünstiger beginnen. Coach Hollasky entschuldigte sich bereits am Anfang der Woche aus familiären und beruflichen Gründen für das Training und Spiel. Zusätzlich dazu mussten die TU Damen im ersten Training die bittere Erkenntnis machen, dass der Weihnachtsbraten offensichtlich nicht nur dick, sondern auch langsam macht. So versuchte man in den drei verbliebenen Trainings vor dem Spiel gegen Jahn München wieder annähernd in Form zu kommen, um sich für die Heimniederlage zu revanchieren.

Auch wenn die Anreise reibungsfrei verlief und die Dresdnerinnen ausreichend Zeit für die Spielvorbereitung hatten, waren die Beine zu Beginn der Begegnung noch müde. Die Münchnerinnen nutzten die Situation für sich optimal und starteten konzentriert in die Begegnung. Bereits in der 7. Spielminute hatten sie sich ein deutliches Punktepolster von 11 Punkten aufgebaut. Offensiv waren sie zu diesem Zeitpunkt häufig nur durch Fouls zu stoppen. Die Sächsinnen sahen im Gegenzug im Angriff nur wenig Land. Nicht verwunderlich also, dass das erste Viertel beim Stand von 20:11 deutlich an die Bayern ging. Doch die erhoffte Rettung nahte: Co-Coach Thomas Seltner, der direkt vom WNBL Spiel seiner Chemnitzer Mädels aus Wasserburg kam, stürmte zum Ende des ersten Viertels die Halle, um die TU Damen zu unterstützen.

Er fand klare Worte und Anforderungen an das Team, welche jedoch nicht unmittelbar erfolgreich umgesetzt wurden. So begann das zweite Viertel wechselhaft. Bis zur 16. Minute fand ein offener Schlagabtausch zwischen den Teams statt. Doch nun schien der Knoten bei den Dresdnerinnen endlich zu platzen. Eingeleitet von einem erfolgreichen Korbwurf von Ines Herschel kämpften sich die Gäste innerhalb von 2 Minuten mit einem 8:0 Lauf auf 25:23 heran. Doch was nun geschah, kann man im Nachhinein wohl nur als Komplettausfall bezeichnen. Vollkommen von der Rolle, häuften sich einfache Fehler wie Passungenauigkeiten, mangelhaftes Rebounding und Unkonzentriertheit in der Defense. Selbst ein freier Ball der von vier TU Spielerinnen umkämpft wurde, landete am Ende bei der Jahnlerin Julia Sturm, welche den Ballgewinn direkt in einen Dreier wandelte. Diese dunklen zwei Minuten bescherten den Dresdnern einen deutlichen 37:25 Rückstand zur Halbzeit. Zusätzlich zu dem niederschmetternden Zwischenstand, mussten die TU Damen für den Rest der Begegnung auf Nora Dietrich verzichten, welche nach einer unglücklichen Aktion verletzt auf der Bank Platz nehmen musste.

Coach Seltner fand in der Halbzeitpause klare Worte. Es sind einfache Fehler, die es abzuschalten gilt. Die Münchnerinnen haben keine unschlagbare Spielweise; vielmehr steht man sich bisher selbst im Weg. Das Motto für die zweite Halbzeit lautete demnach „Schnelligkeit und Zuversicht“ (kurzerhand vom vorher stattgefundenen Jugendspiel ausgeborgt 😉).

Das dritte Viertel brachte zunächst keine deutliche Besserung im Spiel der TU Ladies, die sich in Zählbares auf der Punktetafel bemerkbar machte. Bis zur 25. Spielminute gelang es den Gastgebern sogar noch ihren Vorsprung auf 16 Punkte auszubauen. Doch nun kamen die Dresdnerinnen langsam in Fahrt. Schnelleres Umschalten und Tempo nach vorne brachte ein paar einfache Punkte und zwang die Münchnerinnen zu Fouls. Wenn auch knapp, so ging der dritte Spielabschnitt mit 18:19 an die Gäste aus der sächsischen Landeshauptstadt.

Die Zuschauer in der Jahn Halle hatten sich bestimmt schon auf ein gemütliches letztes Viertel bei Kaffee und Kuchen und einem netten Gespräch mit dem Sitznachbarn gefreut. Doch die USV-lerinnen machten ihnen da einen kräftigen Strich durch die Rechnung. Mit einem 13:0 Lauf bis zur 36. Minute brachten sie die Jahn-Damen vollkommen aus dem Konzept und eroberten sich erstmalig im Spiel die Führung (55:57). Die Worte und aufgezeichneten Systeme von Coach Seltner konnten endlich erfolgreich umgesetzt werden. TU spielte geduldig und zeigte mit viel Freude ein sehr gutes Zusammenspiel. Erst in der 36. Minute gelangen den Münchnerinnen die ersten Punkte in diesem Viertel. In den letzten beiden Spielminuten versuchten die Gastgeberinnen die Uhr zu stoppen und zwangen die Dresdnerinnen an die Linie. Diese zeigten Nerven und verwandelten lediglich 5 ihrer 10 Würfe von der Linie. Doch durch eine geschlossene Defenseleistung konnte die knappe Führung verteidigt werden.

Überglücklich entführte man beim Stand von 66:68 wertvolle, und bestimmt schon sicher geglaubte Münchner Punkte, nach Dresden.


Für USV Dresden spielten:
Grit Albrecht, Esther Borchers (10), Nora Dietrich (2), Ines Herschel (6), Jessica Kluge (2), Elisabeth Kunick (12), Juliette Schneider, Dorothee Schönau (22), Sandra Schultz (4), Jordis Wächter (10)